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Strandgut-Poesie – Föhr, wie es singt und lacht

Hier auf Föhr gibt es allerhand zu entdecken!

Hier kommt eine erste Auswahl von Bildern aus Strandgut, das ich am Strand von Wyk gesammelt habe. Wie ja einige von euch wissen, fing meine neue Passion für „BeachplasticArt“ kürzlich in Dänemark mit einer Meerjungfrau an. Und hier auf Föhr geht es lustig weiter.

Die Bilder und andere Geschichten aus der Reha poste ich täglich auf Instagram, Facebook und Twitter unter dem Hashtag #rehapeng. Und unter #strandgutpoesie seht ihr alle Strandgutfotos auf einen Haufen, ohne andere Bilder dazwischen.

Darf ich vorstellen: „Föhrer Wattpfeiffer“

Und hier der gefürchtete „Föhrer Pockenknilchling“

Huiiii, und hier kommt auch schon das höchst neurotische spitznasige „Föhrer Pollerbein“ herbeigeritten!

Unter dem Künstlernamen „Hoopsie Hut“ lässt Föhrerin Helga Hansen die Reifen tanzen. So manchem Rehabilitanten soll bei ihren Darbietungen unbemerkt die Kinnlade runtergeklappt sein.

Heute bin ich in einen Schwarm Föhrer Tiefseegrauslinge geraten. Mein lieber Scholli!

Und dann war da noch ein Schwarm Föhrer Gaukelsprotten. Hier ist echt was los!

Piratenbraut Paloma Pegleg. Gefürchtet bei der Föhrer Männerwelt, da sie mit ihrem Pegleg virtuos umzugehen weiß. In Ihrer DNA sind auch Schlumpfgene, daher ist sie immer blau. Pegleg ist Friesisch und heißt Holzbein.

Sie will einfach nicht mit dem Rauchen aufhören: Schrexe Helmhild stapft entschlossen in die nächste Strandbar, um genussvoll schmäuchernd einen Föhrer Manhatten zu kippen, das hiesige Nationalgetränk.

Heute Abend ist hier in der Rehaklinik gemeinsames Singen angesagt. Begleitet werden wir von Wulldi Watt, ehemaliger Gitarrist der Föhrer Band „Kunkelpott“. Uns zu Ehren wird er sogar seine Fender Stratocaster rausholen – auf den Saiten dieser Gitarre hat schon Wimi Fendrix in den 60ern seine Zunge tanzen lassen.

Heute Morgen am Strand begegnete ich doch tatsächlich einem Föhrer Hui-Teufelchen! Das sind die, die bei Sturm in den Fensterritzen sitzen und immer „huiiii“ rufen.

Raschelt es heute Nacht in meiner Sammeltüte. Ich ganz vorsichtig nachgeguckt. Und siehe da: ein Hannibal Lecter-Sternchen! Die sind sehr selten, was ein Glück ist. Denn sie tummeln sich gerne am Föhrer FKK-Strand und lieben alles was zipfelt und zapfelt. Man sah schon so machen Herren kometenhaft aus dem Wasser schießen!

Sollte euch in schwerer Stunde mal ein Brillenengelchen umfloren, seid gewiss: es ist von Föhr extra zu euch hin geflogen, um euch mit frischem Seelenpfeffer zu versorgen. (Dieses Bild widme ich meiner lieben Mitpatientin Maren, die gerade eine schwere Zeit durchmacht.)

Der alte Schäfer Piepensack liebt es, am Föhrer Fähranleger zu stehen und sein Fähnchen zur Begrüßung der neuen Gäste in den Wind zu halten.

Gestern hatte ich das Glück, einen der seltenen Föhrer Tulpenpuschler zu entdecken. Die sind unglaublich mondän und stets wie aus dem Ei gepellt, auch am Strand.

Föhrer „Staring Competition“: wer zuerst wegguckt, muss Frühstück machen. Die Stimmung ist angespannt.

Die große Johanna Fötrepko prangert den kulturellen Verfall auf den Nachbarinseln an. Auf Föhr werde immerhin noch die alte Tradition des Meerjungmann-Weitwurfs zelebriert. Wohingegen die Sylter den ganzen Tag bei Gosch hocken und Austern lutschen und auf Hallig Hooge die Tagesausflügler das ganze Jod aus der Luft schnuppern.

Der kleine Kläffer Ohlsen liebt es – als Deichschaf verkleidet – bei Sonnenschein auf Föhrer Muscheln zu pieseln, die dann nach Sylt verkauft werden. Auch in den Monaten mit R, wo Muschelkenner bei Gosch den besonders aromatischen Geschmack goutieren.

Bassetdame Ursula hört schlecht. Behauptet sie jedenfalls. Wenn Muddi Wrobel sie ruft, hört man ein schrilles „Urrrrrrrsssssuuuuulaaaaa!!!“ übers Watt gellen. Doch Ursula stiefelt unbekümmert weiter, schnuppert mal hier und mal dort. Sobald jedoch der Trockenfisch in der Tüte raschelt, ist ihr Gehör akut geheilt und sie gibt Fersengeld. In Richtung Muddi.

Vorhin hab ich Feddersen, den Windhund von Knuth Hinrichsen, am Strand von Wyk über Stock und Stein hechten sehen. Man bezeichnet ihn hier auch als friesischen Irrwisch.

sabine.dinkelPiefke Brodel ist der adoptierte Vierbeiner von Bäckermeister Jansen. Man munkelt, dass es sich gar nicht um einen Hund handelt, sondern um einen Klabauterlurch. Man erkennt ihn ganz deutlich an seinem Fez, den er bei seinen kleinen Auftritten anlässlich der Ringelgans-Tage trägt.

Hier seht ihr das berühmte Wappen des Föhrer Schafsdackelzüchterverbands. Die dort gezüchteten Wollteckel werden ausschließlich den Halligen zugesprochen, damit diese bei Sturmflut die Warften schützen, indem sie sich kreisförmig zu einem Ringwall zusammenschließen. Die Feder im Wappen steht für ihren Mut: Je mehr Federn desto mutiger ist der Teckel.

Gestern Nacht hatte ich das Vergnügen, Hotte Helmich, auf einer Eisscholle stehend, genau in dem Moment abzulichten, als ihm seine Watt-Latüchte ins Meer plumpste. Ich hab ihn dann beherzt gerettet, huckepack genommen und sicher im Schein meines inneren Leuchtfeuers nach Oldsum gebracht. Da wohnt er nämlich in einer alten verwunschenen Windmühle. Als Dank hat er mir seine grüne Lieblingsmütze geschenkt.

Wir schipperten auf der Fähre nach Amrum und haben im Nebel den ersten Heuler erspäht. Er machte uns zu Ehren „Uuuuhuuuhuuuu“ und kollerte im Uhrzeigersinn mit den Augen. Das nenn ich eine Überraschung!

Ich hab vielleicht Augen gemacht!
Hüpft mir doch tatsächlich ein Amrumer Küstenschutzengelchen in meine Tasche und lässt sich heimlich mit nach Föhr schippern, um dort zum Friseur zu gehen.
Die Kleene hat nämlich im Januar so einen grimmigen Spliss durch das Sturmtief Burglind erlitten, dessen sie sich gerne im Salon „Happy Hair“ von Pipe Pöhlmann entledigen möchte.
Da helfe ich natürlich gern.

Hatte sich doch tatsächlich eine Föhrer Zinkenschnepfe bei mir im Kofferraum versteckt.
Ist mir auch nur aufgefallen, weil Wilma und Frieda so ein Theater gemacht haben, als sich das Viech genüsslich die Dichtung der Heckscheibe einverleibte. ‬
Was mach ich nun mit ihr? Zurückschicken?

Ich habe gerade einen empörten Pellwormer Prielpinscher in meiner Kulturtasche gefunden.
Der hatte sich an meinen Geleebananen gütlich getan und wollte sich anschließend mit meiner (!) Zahnbürste die stumpfen Zähne wienern.
Dabei blieb er wohl an meinem Haargel kleben und reiste ungewollt mit nach Hamburg.
Da er akutes Föhrweh hat, hab ich ihm eine Mupfel spendiert.
Gleich bau ich ihm noch ein Bett aus Luftpolsterpluster und spendiere ihm meine letzte Geleebanane.

In den nächsten Tagen werden Stück für Stück weitere Bilder folgen …

Und jetzt noch ein Knaller:

Ich wurde über Instagram von SplashTrash Intl. eingeladen, drei meiner Arbeiten auf der „International SplashTrash ArtExpo“ zu präsentieren. Was für ein cooles Projekt ist das denn bitte?!?

Schaut euch unbedingt dieses erste kleine Ausstellungsvideo an, es sind sooooo großartige Arbeiten dabei!

Und mein „Wulldi Watt – Godfather auf Guitar“ hat es auch in die Ausstellung geschafft!

Meeresgrüße von Föhr
Sabine

Hier das Ergebnis von 3 Wochen Wyk auf Föhr. Man beachte auch die erbeuteten EUR 9,50 oben rechts auf dem Treibholzstück.

PS.
Da ich immer wieder gefragt werde, was ich mit dem Plastikmüll nach dem Finden mache:

  • Bevor ich die Bilder lege, wird der Müll mit etwas Wasser und Spüli von Sand und Algen befreit.
  • Ich sortiere ihn ein bisschen in Bänder, Kleinteile, Deckel, Farben, Augen, Haare und packe ihn in eine große Tüte.
  • Anschließend nehme ihn mit nach Hause, damit ich später damit weiterwerkeln kann.
  • Da sich irgendwann auch Teile doppeln oder bestimmte Farben mehren, eröffnen sich weitere Möglichkeiten, die über die kleinen Bilder hinausgehen.
  • Und womöglich ergibt sich daraus ja noch mehr. 😊

Gleich weiterstöbern:

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2 Kommentare zu “Strandgut-Poesie – Föhr, wie es singt und lacht”

  1. Anja sagt:

    Unglaublich und großartig, Deine Beach-Trash-Word-Art, liebe Sabine,

    das klingt nach einer kreativen, erholsamen und hoffentlich aufbauenden Reha auf Föhr. Glückwunsch auch dazu, dass Deine Kunst es in die Galerie geschafft hat!

    Und dann noch Mucke von Wimi Fendrix und Kunkelpott. Da ist ja richtig Pardyyy! Grüße auch an die Föhrer Gaukelsprotten – HERRLICH :-)))

    Mein Favorit: die gefüchtete Paloma Pegleg;-)

    Alles Liebe für Dich sagen Anja und Pio (fantastico)

    1. Liebe Anja, liebster Pio,
      nach 3 Wochen Föhr verspüre ich gewisse Suchttendenzen. Jedoch nicht nur nach Strandgutpoesie, sondern auch nach den hiesigen Torten, Eiskugeln und Fischgerichten.
      Heute schüttet es wie aus Eimern, was mich jedoch nicht daran hindert, jetzt mit Gummistiefeln begkleidet ins benachbarte Strandcafé zu stapfen, um mir ein Stück Kuchen einzuverleiben.
      Ganz liebe Grüße
      Sabine

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