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7 Dinge, die ich in Schweden gelernt habe

Fern der Heimat weitet sich so schön der Blick. Man lernt Dinge (kennen), die so ganz anders sind als Zuhause. Zum Beispiel diese:

Wie sich minuziöse Pünktlichkeit anfühlt

Eine Minute vor dem offiziellen Ende des Loppis (= Flohmarkt) wurden wir lässig vom Veranstalter vor die Tür geschoben. Mit wenig Worten, eindeutigen Gesten und dem dazu passenden Gesichtsausdruck (siehe Skizze).

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Grmpf. Ich hätte so gerne noch länger gestöbert.

Das Gleiche im Museumsshop:

Von der Besichtigung des über 500 Jahre alten Glimmingehus angefixt – der Besuch ist sehr zu empfehlen – wollten wir anschießend noch schnell ein kleines Büchlein kaufen.

Die Dame am Schalter hat uns um 15:59 Uhr die Tür vor der Nase zugedrückt. Die Tür war aus Glas. Daher sahen wir auch ihren Gesichtsausdruck.

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Im Glimmingehus wird auf die Minute genau die Zugbrücke hochgezogen.

Sie guckte sehr entschlossen. Nix für sensible Gemüter. Logisch, um 16:00 Uhr war ja auch offiziell zu.

Ein Hoch auf einen pünktlichen Feierabend! Das meine ich nicht ironisch. Es war nur sehr ungewohnt.

Weit gucken

Überall Weite. Und Licht.

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Auch die pelzigen Damen guckten oft intensiv in die Ferne. Das war irgendwie rührend.

Die Region Österlen gilt als die Toskana Schwedens, wegen der „Konst“, wegen des Lichts und wegen vielem mehr.

Hier gibt es nur wenig dunklen Wald, viel weites Feld und vor allem: massig blaues Meer

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Hier stehe ich auf dem Hügel eines Militärischen Sperrgebietes. Zu dieser Zeit durfte man es offiziell betreten.

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Ich kann mich gar nicht sattsehen.

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Lecker Fisch essen am Wasser. Bei den Getränken handelt es sich um schwedische Brause im Retro-Look, auch wenn es auf diesem Bild wie Schnaps wirkt.

Es ist alles so schön hell. Meist knallfarbend. Besonders bei Sonne. Und die schien hier oft, sogar fast täglich.

Bei diesem Weitblick können der wahre Norden und das Land der Horizonte echt einpacken.

Naja, stimmt nicht ganz. Aber trotzdem ;o)

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Wir hatten so ein Glück mit dem Wetter. Die Wolken waren immer nur hübsch anzuschauen. Entleert haben sie sich woanders.

Kurz gemähter Rasen macht was her

Die meisten Schweden halten ihren Rasen sehr kurz. So wirkt er wie Samt.

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Das hier ist eine „Rollrasen-Plantage“. So schön samtig war der Rasen fast überall.

Daher sieht hier alles sehr gepflegt und voll einladend aus. Ganz gleich, ob da ein gammeliges – eher selten – oder ein schön herausgeputztes – eher die Regel – Haus drauf steht: Der kurze Rasen wertet alles auf wundersame Weise auf.

Das machen wir ab jetzt zuhause auch so.

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Bunte Blumen dürfen stehen bleiben.

Ab sofort mähen wir regelmäßig den Grünstreifen vor unserem Wohnhaus (also den, den normalerweise die Stadtreinigung sehr selten mäht).

Mal gucken, ob sich der Effekt auch hier positiv auswirkt.

Smalltalk find ich doof

Wohnen mit Familienanschluss hat viele Vorteile:

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Fast alle Fenster der Ferienwohnung waren mit frischen Blumen dekoriert

Von unseren netten Vermietern wurden wir voll verwöhnt.

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Saftige Pflaumen, rote Kartoffeln, super leckere Erdbeeren, frische Zuccini: direkt aus dem Vermieter-Garten auf unseren Speiseplan. Die Eier haben wir allerdings nicht gegessen.

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Irma schlägt Azubine Frieda zur Dame. Co-Trainerin Wilma lächelt milde.

Außerdem hatten Wilma und Frieda allerfeinste Spielgesellschaft durch Irma, den Hauscollie.

Familienanschluss heißt allerdings auch:

Bei jeder Begegnung ist Smalltalk-Time! Und zwar auf Englisch, da ich kein Schwedisch spreche. Smalltalk verträgt sich nicht so toll mit meiner Hochsensibilität gepaart mit Introversion.

Trotzdem sagte mein Mann „Das kannst du doch aber.“ Und ich so: „Ja schon, finde ich aber immer noch mühselig.“

Merke: Das was man kann, muss nicht das sein, was man mag (alte Coaching-Weisheit). Und wer weiß, womöglich ging es den Vermietern ja genauso ;o)

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Dafür mochte ich diesen Ausblick morgens beim „Hunde in den Garten schieben“. Bassets schieben kann ich ganz gut.

Facebook + Urlaub = möglich

Vor dem Urlaub war ich hin- und hergerissen:

Sollte ich im Urlaub Facebook und Twitter links liegen lassen? Oder ganz normal weitermachen?

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Dieses Foto entstand an unserem einzigen Regentag.

Weder noch, ich habe mich für eine Version entschieden, die sich für mich bewährt hat. Dazu gehörten lediglich zwei Regeln:

  1. Ich lese keine Newsfeeds (nur das, was mir ganz nach ganz oben gespült wird und versehentlich mein Auge streift), damit ich nicht gedanklich wieder in Deutschland lande.
  2. Ich darf eigene Urlaubsbilder posten, etwas Privates bloggen und Kommentare beantworten, solange es mir Spaß macht. Aber nix, das mit Business zu tun hat.
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Frieda genießt den Sonnenschein in den Dünen. Man beachte die feine Ohr- und Lefzen-Panade.

Super Regelung, hat mir gut gefallen. Sie hat immerhin zu vier Blogartikeln geführt (inklusive diesem).

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Komm raus Michel, die Luft ist rein!

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Strand + Hund = Wonne

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Sachte kräuseln sich die Ohren.

Soviel blogge ich Zuhause selten am Stück. Daher die nächste Erkenntnis:

Bloggen geht auch im Urlaub

Am Anfang des Urlaubs habe hin und her überlegt, ob ich tatsächlich Urlaubserlebnisse – die ja streng genommen, keine echten „Erlebnisse“ und schon gar nicht für Außenstehende sind – in meine Blog schreiben kann.

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Hühner-Content :o)

Schließlich sollte ich als Selbstständige doch permanent schlauen Content fabrizieren, mit Tipps und Tricks und so.

Ha! Aber doch nicht im Urlaub!

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Wilma rät: Immer schön locker bleiben.

Nach einer kleinen internen Überprüfung mit meinem inneren Team und Gesprächen mit meinem Mann, kam ich zu dem Entschluss:

Ich schreibe einfach das, wonach mir ist. Content hin oder her.

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Würde ich auch gerne mal machen. Hab aber Höhenangst.

Mir kann morgen schon der Himmel auf den Kopf fallen und dann?!?

Dann würde ich mich ärgern, dass ich mir etwas versagt habe, worauf ich tierisch Lust hatte. Sofern man sich überhaupt noch ärgern kann, wenn einem der Himmel auf den Kopf gefallen ist.

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Bilderbuchschweden.

Fazit: Das Leben ist zu kurz, um immer nur schlauen Content zu produzieren.

Zeichnungen machen fröhlich

Seit dem wunderbaren Frankreich-Urlaub letztes Jahr halte ich kleine Urlaubsmomente in meinem Skizzenbuch fest. Nix Aufwändiges, einfach nur kleine Sketchnotes.

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Mähen die Schafe in Schweden anders?

Ich halte nicht jeden Tag alle Erlebnisse fest, wobei das auch eine lustige Methode ist. Statt dessen zeichne ich einfach das, was an diesem Tag irgendwie Eindruck bei mir hinterlässt.

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Köstlicher Fish-Burger bei Max, einer schwedischen Fastfood-Kette, die viel Wert auf gute Zutaten legt. Der hat bei mir echt Eindruck hinterlassen.

Das Schöne: Seitdem ich das mache, habe ich mit meinen Erinnerungen viel mehr Spaß.

Auch bei Situationen, die beim Erleben gar nicht so toll waren. Die können durch eine kleine Zeichnung plötzlich einiges an Charme entwickeln ;o)

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An diesem Tag stießen Friedas Holzkopf und meine Nase mehrfach zusammen. Das tat weh.

Fazit:

Es war ein ganz wunderbarer Urlaub, an den ich noch laaaaange zurückdenken werde.

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Wilma und Frieda riechen noch ein wenig nach Sonne, Sand und Algen.

Drei Wochen sind für mich ein absolutes Muss. Der Grund:

  • Nach der ersten Woche bin ich erst wirklich urlaubstauglich.
  • In der zweiten Woche bin ich wesentlich entspannter, sie vergeht wie allerdings wie im Flug.
  • Und in der dritten Woche winkt schon wieder der Alltag am Horizont.

Für meine unsichtbare Schreibmaschine: Urlaub ab 2016 auf vier Wochen erhöhen ;o)

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Ob die auch knallbunte Autos verkaufen?

Nach einem schönen Urlaub kriege ich allerdings immer einen Urlaubskater. Leider.

Damit es nicht ganz so arg wird, habe ich mir ein Schwedenfoto auf meinen Desktop geladen. Ebenso werde ich mir ein neues Titelbild bei Facebook gönnen.

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Mein neues Desktop-Foto.

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Hach.

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Schwärm.

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Seufz.

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Schmatz.

Und hier noch ein kleiner Abschluss-Jux:

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Im Ort Skillinge wohnen die kleinen Menschen, die voll viele Skills haben. Muahahaha!

PS.
Teil 1: Labsal im Elchland
Teil 2: Sind Sie zu süß, bist du zu Touri!
Teil 3: Skinksnitzel meets Kogödsel

Gleich weiterstöbern:

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6 Kommentare zu “7 Dinge, die ich in Schweden gelernt habe”

  1. Sonja O. sagt:

    Omg, ist das ein schöner Blog! Danke, dass Du uns an Deinen schönen Urlaubsmomenten, -eindrücken und -gefühlen teilhaben lässt.
    Verständlich, dass „der Motor jetzt schwer wieder zum Laufen gebracht“ wird!

    1. Ach, das freut mich ja, liebe Sonja. Schweden hat uns die Sonne nach Norddeutschland geschickt, hier ist es gerade auch sehr bunt und hell. Wie schön.

  2. Gabi sagt:

    Liebe Sabine,
    ich hab grad nach meinem Frühstück in Deinen Urlaubserinnerungen gestöbert und bin ganz begeistert.
    Hab meinen Mann daran teilhaben lassen und Dich kurzerhand „Wilma Dinkel“ getauft. Sorry! Habs gleich gemerkt und mich verbessert ;-))
    Sehr schöne Bilder und Sketchnotes. Gefällt mir ausgesprochen gut.

    Liebe Grüße
    Gabi aus München

    1. Liebe Gabi aus München ;o)
      .
      ich danke dir ganz herzlich für deinen Beitrag in meinem Blog und freue mich total, dass ihr – du und dein Mann – daran Freude hattet.
      .
      Wilma ist mir so ähnlich (allerdings nicht optisch), dass ich mit ihr ganz dicke bin. Von daher kannst du mich gerne Wilma Dinkel nennen ;o)
      .
      Dein Blog rührt mich schon beim ersten Reingucken ganz stark an. Wie tapfer ihr alle seid, ich werde mich da demnächst mal ganz in Ruhe einlesen.
      .
      Herzliche Grüße aus Hamburg nach München
      Sabine & Wilma & Frieda

  3. Liebe Sabine,

    „Ich schreibe einfach das, wonach mir ist. Content hin oder her.“ – Genau das mag ich an dir. Wenn alle anderen sich ständig in dem Sichtbarkeits-Hamsterrad drehen, um einzigartigen Content mit Lesernutzen zu produzieren, schenkst du uns mit deinen Blogartikel pure Lebensfreude.
    Danke dir für die schönen Stimmungsbilder. – Hat schon einer im Netz gefragt, ob Stimmungen auch guter Content ist? :)

    1. Liebe Ulrike,
      .
      vielen Dank für die schöne Rückmeldung, die mich echt freut.
      .
      Auch, wenn ich hin und wieder gerne auf den „Tipps & Tricks-Zug“ aufspringe, bin ich dessen gerade überdrüssig. Der Selbstoptimierungswahn kann auch echt nervig sein ;oP
      .
      Herzliche Grüße
      Sabine

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