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Die Superhelden-Detox-Challenge – sind wir nicht alle ein bisschen overstyled?

Ich gestehe:
Mir gehen die Begriffe „Challenge“, alle Kombinationen mit „Super“ und „Helden“ und „Slow“ sowie „Detox“ mittlerweile furchtbar auf den Keks.

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Diese Begriffe sind doch tatsächlich in der Lage, von jetzt auf gleich etwas in mir zu mobilisieren: meine inneren Aggressionen!

Meine Hände ballen sich zu Fäusten, wenn ich sowas wie das hier lese:

  • Urban Detox
  • Ketogenic Girl Challenge
  • Superfood Küche
  • Slowfood (ich muss da immer an Schnecken, Würmer und so Zeugs denken)
  • Superheldinnen-Büro
  • Cash Infusion Challenge
  • Superfood Revolution
  • Digital Detox
  • Die unsozialen Superhelden
  • Grüne Smoothies Challenge (*urks*)
  • Bindegewebe-Helden

Diese gruseligen Wortkreationen haben einen ähnlichen Effekt auf mich, als wenn jemand „zum Bleistift“, „herzlichen Glühstrumpf“ oder „Schlepptop“ sagt.

Einfach mal googeln oder bei Facebook suchen, es ist echt „challenging“.

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Sind wir nicht alle ein bisschen super?

Aber warum nerven mich die Begriffe eigentlich so? Was ist das, was mich allergisch reagieren lässt? Ich habe mal gelernt, dass alles, worauf man seelisch allergisch reagiert, etwas mit einem selbst zu tun hat.

Zum Beispiel mag ich Till Schweiger nicht. Der Typ macht mich kirre, dass ich mich da richtiggehend reinsteigern kann. Aber warum eigentlich?

  • Wäre ich etwa gerne wie er, „Nicky Tschiller“, die Tatort-Kommissarin für emotionale Gerechtigkeit?
  • Hätte ich gerne auch so tolle Kinder?
  • Oder erinnert er mich einfach nur an diesen einen Deppen aus der Grundschule, der seine Mitschüler*Innen immer mit durchgekauten Papierkügelchen beschoss (mich auch!)?

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Aber ich schweife ab. Zurück zu meinen persönlichen Unwörtern.

Ich stelle mich einfach mal superheldenhaft meiner eigenen Fragen-Challenge:

Frage 1:
Sind mir als überwiegend introvertiertes Sensibelchen solche Begriffe irgendwie wesensfremd? Kommen sie mir zu „extrovertiert“ daher? Machen sie einen auf „dicke Hose“ und plustern etwas auf, was ohne heiße Luft nur „gut“ wäre?

Frage 2:
Handelt es sich dabei um „Denglisch“, das sich in viel zu vielen Fällen furchtbar bemüht und wenig gekonnt anhört?

Frage 3:
Bin ich diese Wörter vielleicht einfach nur leid, weil sie so überrepräsentiert sind? Finde ich es albern, dass mittlerweile sogar Pizzalieferanten zu Helden mutieren oder es sogar „Helden der Haare“ und „High Heels Helden“ (kein Witz!) gibt?

Frage 4:
Bin ich nur neidisch, weil ich nicht fliegen kann, keine Superpuste habe und immer wieder beim Schokoladen-Detox scheitere?

Frage 5:
Erinnert mich das an das berühmte „Managementsprech-Bullshit-Bingo“, nur mit anderen Wörtern?

Frage 6:
Wurde meine selektive Wahrnehmung befeuert, durch die sensationslustige Bitte einer Leserin, doch mal etwas Fieses zu „Challenges“ zu schreiben?

Frage 7:
Habe ich einfach nur Lust zu stänkern?

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Die Antwort auf alles lautet: 42*

Nee, Quatsch. Meine Antwort auf alles lautet:
von allem etwas.

Ich habe von diesen Wörtern einfach die Nase voll und erkläre sie feierlich zu meinen persönlichen Unwörtern des Jahres 2016. So.

Wobei ich an der Tankstelle schon noch Super tanke … oder super tanke – je nachdem (ups, ein Karlauer).

*Helden wissen natürlich, was das bedeutet. ;o)

PS.
Die wunderbare Super-Puppe auf den Fotos wurde mit viel Liebe gefilzt von: Woolywood

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4 Kommentare zu “Die Superhelden-Detox-Challenge – sind wir nicht alle ein bisschen overstyled?”

  1. DANKE! Für deine herrlich erfrischenden, superdetoxierenden Powerworte ;)
    Sprichschreibst mir aus der Seele und zumindest die ersten vier Fragen kann ich für mich mit Ja-Ja-Ja-Nein beantworten.
    Heldengruß* von Wonderwoman zu Supergirl ;-)

    *mist, muss man ja gendern, also: HeldINNENgruß! ;)

    1. Hihi, das freut mich, liebe Wonderwoman. Oder bist du das Supergirl?
      *michamkopfkratz*

      1. Wenn ich so recht überlege und es mir aussuchen kann, dann will ich lieber Hulk sein. Da kann man(n/frau) so richtig Rumms machen, wenn es die Nervenbahnen mal brauchen und alle sagen nur „jaja, jetzt isser eben giftgrün, gehn wir ihm (ihr) aus dem Weg“ ;-)
        Und vom Styling her ist der Gute auch eher kommod (=leger). Ein detoxter Supeheld sozusagen ;)

        1. Au ja, so ein Hulk wäre ich auch gerne … ab und zu. Nur das Aussehen …, aber irgendwas ist ja immer. :o)

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