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Ein sehr persönlicher Leserbrief und ein berührendes Video dazu

Kürzlich bekam ich einen so schönen und ziemlich persönlichen Leserbrief, der mir sehr viel bedeutet. Mit der Erlaubnis der Urheberin darf ich ihn hier mit euch teilen.


Liebe Sabine,

nun habe ich dein Buch nicht nur durch, sondern auch mehrfach Passagen vorgelesen und möchte dir – wie versprochen – ein Feedback geben, denn wer solch ein Buch schreibt, der hat ein ausführliches Feedback verdient!

Meine „Arschbombe in die Untiefen des Lebens“ klatschte am 10. Januar auf, als ich vor der Ärztin saß und sie mir sagte: „Tja, da hat sich leider ein Knoten gebildet, Sie haben Brustkrebs!“. Als meine Cousine Svenja mich kurz vor Ende meiner 6-monatigen Chemo anschrieb, ich solle mir mal deine Seite ansehen, du würdest so tolle Comics zeichnen und ein Buch schreiben, da dachte ich kurz: „Okee, noch ein biographisches Krebsbuch – ist ja nicht so dass ich nicht schon 4 im Regal stehen hätte …“ (Ich geb´s zu, das habe ich gedacht!)

Aber schon ein Blick auf Instagram auf deinen kleinen Comic bei der Chemo hat mich so zum Lachen gebracht, da wusste ich schon, dieses Buch wird anders. DAS ist genau mein Humor!

Kerstin Böttger sprüht Glücksfunken für Mitpatientin Michaela, eine ehemalige Kollegin von mir.

Sabine – hätte ich dein Buch doch nur schon im Januar oder Februar gehabt!

Es hätte mir den Weg SO SEHR erleichtert! Du hast es geschafft mich als Erkrankte genau da abzuholen wo man immer so allein mit seinen Gedanken herumsteht. Natürlich kann man die Grundinformationen in allen möglichen Büchern, Broschüren und im Internet finden, aber wenn man dein Buch liest hat man das Gefühl, du sitzt wie eine gute Freundin auf meiner Couch und bringst mir mit einer Hand auf meinem Knie nach und nach Ordnung in dieses Chaos aus Informationen, Angst, Fragen und Panik.

Ich habe mich so sehr wiedergefunden, dass es fast weh tat. Du hast es geschafft Dinge zu formulieren, bei denen es mir nicht gelungen ist, und ich war so dankbar dafür!

Beispiel: Nach meiner letzten Chemo haben alle gefeiert, wollten dass ich mich freue, war der Tumor doch so schön geschrumpft und jetzt hätte ich es doch fast geschafft … Und ich? Ich fühlte mich unter Druck gesetzt, „Jetzt freu dich doch mal!“, aber ich konnte nicht. Ich hatte Angst, Angst vor der OP, Angst vor dem Ergebnis der Pathologie, Angst vor dem Ende der Chemo weil jede Zelle jetzt wieder wachsen könnte, Angst weil ich nach der Chemo mit schlimmen Nebenwirkungen kämpfe. Und: jetzt schon Angst vor einem Rezidiv!

Aber ich konnte mich nicht erklären, fühlte mich total unverstanden … bis ich deinen Vergleich mit dem Gerichtsverfahren las!

Das war so wunderbar, GENAUSO habe ich auch empfunden, immer wieder. Als würde der Freispruch kommen, wenn der nächste Gerichtstermin schon vorliegt. Und als würde ich alle anderen enttäuschen weil doch jetzt „alles wieder gut ist!“.
Solche Momente habe ich viele mit deinem Buch erlebt. Ich habe alles markiert und meinem Mann dann vorgelesen. Wir haben unglaublich viel gelacht, und ich habe auch ein paarmal etwas geweint. Aber das Lachen überwog!

Dein Ausflug in die Gymnastikwelt der Prostatakranken hat sogar meinen grad 15-jährigen Sohn zu einem Prusten gebracht, und die vielen wunderbaren Zitate und Witze sind so wunderbar passend gesetzt und ausgesucht, die habe ich als erstes gelesen, zuerst alle Zitate.

Das schönste kam von deinem Mann: „Wenn du ein Pferd wärst, müssten wir dich jetzt erschießen“, ich muss mich schon wieder ausschütten … Und auch der Satz: “Lass uns einfach Blumensamen auf den Krebs werfen“, ist einer meiner Lieblingszitate aus deinem Buch. Man hört die Liebe und die Sorge aus seinen Worten heraus, und das wärmt die Seele.

Auch ich habe das unglaubliche Glück einen solchen Mann an meiner Seite zu haben, seit über 26 Jahren nunmehr (ich war grad 17 als wir uns trafen). Er hat sogar ein Lied für mich komponiert und gesungen, und ein rührendes Playmobilvideo dazu gedreht. Alles als Überraschung. Ich weiß ich bin sehr reich, weil ich ihn an meiner Seite habe.

„Battle Böttis“ wunderbare Liebeserklärung an seine an Krebs erkrankte Frau Kerstin

Jedes einzelne Kapitel ist Gold wert, hilfreich, informativ und tröstlich. Dennoch hat man ja immer seine Lieblingsteile, und das ist bei mir das Kapitel „Booster für die Seele“. Etwas Vergleichbares habe ich noch in keinem Buch und auf keiner Homepage gefunden.

„Tun Sie was für sich“, „Tun Sie sich was Gutes!“. Ja und WAS bitte sehr? Ich kann doch nix im Moment, dachte ich mir immer. In diesem Kapitel sind so tolle Tipps und Ideen, unglaublich – darauf wäre ich nie im Leben gekommen! Ich habe Tränen gelacht über das Krebszellenstofftier, und die Seelen Schmankerln sind einfach toll!

Es gibt tatsächlich nur einen einzigen Punkt, mit dem ich mich nicht identifizieren kann, und das ist die Neubenennung von Worten wie Tumor, Krebs, Chemo und Co. Ich habe das knallharte Aussprechen dieser Worte für mich immer als Kampfankündigung gesehen, mit in die Hüften gestemmten Händen und ohne Angst davor. Es ist mir persönlich einfach zu niedlich, und eine solche Beziehung hatte ich nicht zu meinem Tumor.

Es entstehen so schöne Kontakte – Schnieptröte sei Dank!

Es gibt so viele Bücher auf dem Markt Sabine, aber dein Buch sollte in jedem Wartezimmer in der Onkologie liegen, damit es jeder wahrnimmt, denn es ist ein Angelhaken, ein Licht in der anfänglichen totalen Dunkelheit! Ich hoffe und bete es nicht allzu oft verschenken zu müssen, denn wer aus meinem Umfeld in Zukunft eine solche Diagnose bekommt, kriegt von mir dein Buch- so viel ist sicher!

Ich sende dir herzlichste Grüße aus dem kalten Oldenburg!

Deine Kerstin Böttger

PS.
Als Nachtrag möchte ich dir noch sagen, dass dein Buch keinesfalls ein Buch ist, das man liest und ins Regal stellt. Ich nehme es immer wieder zur Hand, wie ein Kochbuch mit guten Rezepten, stöbere darin, lese mir die Zitate durch und lache mich kaputt.


Diese Brief hat mir schon durch so manches Tal geholfen. Wir sollten einander viel öfter solche Zeilen schenken. (Für meine unsichtbare Schreibmaschine: Unbedingt öfter solche schönen Zeilen verschenken.)

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2 Kommentare zu “Ein sehr persönlicher Leserbrief und ein berührendes Video dazu”

  1. Michaela sagt:

    Liebe Kerstin, wie schön, dass ich mich auf diesem Weg für deine Glücksfunken bei der Abreise von Margot bedanken kann…ich habe mich total darüber gefreut und es hat geholfen, Margot hat alles mitgenommen und wurde erfolgreich umgesiedelt ;-) also, vielen vielen lieben Dank für deine moralische Unterstützung und ich wünsche auch dir weiterhin alles Gute! Von Herzen, Michaela

    1. Kersitn Böttger sagt:

      Liebe Michaela, WIE sehr mich das freut! Soll sie doch bitte bleiben wo die Schnieptröten wachsen! Willkommen auf der anderen Seite! Ich umarme dich unbekannterweise- 20 Sekunden lang (seeeehr gesund) und wünsche dir weiterhin allerbeste Genesung! Deine Kerstin

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