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„5,5 Wochen geschlafen und den allergrößten Scheiß geträumt!“ | Autorin Nele Süß springt dem Tod von der Schippe

Als ihr erster Ratgeber „Wege aus der Nettigkeitsfalle – Der ideale Ratgeber für schrecklich nette Menschen“ im humboldt Verlag erscheint, reißt mitten in ihrem Körper die Aorta, also die Hauptschlagader: Aortendissektion heißt das im Medizinersprech.

Nele Süß heißt die Autorin.

Sie ist eine meiner engsten Freundinnen und Wegbegleiterinnen. In den letzten 3,5 Jahren nach meiner Diagnose ist sie ständig an meiner Seite. Und nun ist es plötzlich sie, die aus dem Leben gerissen wird. Im wortwörtlichen Sinne.

Hier seht ihr Nele an dem Tag, als sie das erste Mal alleine zum Kuchenbuffet gehen kann. Wir feiern dieses Glück mit einem Eisbecher!

Diese absolut lebensbedrohliche Lage beschert ihr einen Hubschrauberflug, eine große Not-OP am Herzen, einige Schlaganfälle und fünfeinhalb Wochen künstliches Koma.

Unfassbar, dass sie das überlebt hat!

 

Die meisten Menschen sterben entweder sofort oder auf dem Weg ins Krankenhaus. Wenn sie das überleben, sterben weitere 20 bis 25 Prozent in der Klinik, oft bevor die Ärzte die Diagnose erkannt haben. Ohne die richtige Therapie steigt die Sterberate um ein Prozent pro Stunde.

Wie Nele das überlebt hat, ist bis heute ein Rätsel. Sie erinnert sich nicht mehr daran, was passiert ist. Fakt ist, dass sie selber den Notarzt gerufen haben muss, da sie zu dem Zeitpunkt alleine zuhause war. Ihr Mann war an dem Tag auf einer Fortbildung.

Ihr Buch ist extrem praxisnah und humorvoll, besonders für schrecklich nette Menschen. Seitdem ich es gelesen habe, tappe ich nicht mehr so leicht in die „Nettigkeitsfalle“.

Zahlreiche Wochen des Bangens folgen: Ehemann, Familie, FreundInnen, KollegInnen, Bekannte, Nachbarn, Arbeitgeber, Auftraggeber, Verleger und unzählige mehr – alle wünschen sich nur eines: dass Nele wieder aufwacht!


Zeitsprung – 4 Monate später


Fast vier Monate später: Nele und ich sind glücklich, dass wir wieder gemeinsam lachen können.

Nele und ich sitzen bei Johannisbeerschorle auf der Terrasse der Segeberger Kliniken und versuchen zu verstehen, was ihr passiert ist.

Wir nehmen dabei ein Gespräch auf, dass ich später in Ruhe transkribieren will. Unser Ziel ist es, ihre „Geschichte“ langsam aber sicher öffentlich zu machen, zunächst in Form eines Blogartikels.

Als ich mir unser Gespräch auf der Rückfahrt nach Hause noch einmal anhöre, merke ich, dass es gut ist. Da wir nicht geplant hatten, es zu veröffentlichen, sind wir nämlich erstaunlich locker und unverkrampft.

Endlich kann ich Nele das große Rudel Wackeldackel präsentieren, das sie zukünftig zurück ins Leben wackeln wird. „Ja, du schaffst das“, nicken alle im Chor.

Ich beschließe, den Gesprächsmitschnitt so zu lassen und Nele zu fragen, ob sie sich das vorstellen kann. Nele kann. Sie ist damit einverstanden und stimmt der unzensierten und ungeschnittenen Veröffentlichung zu.

Wenn ihr wissen möchtet, was Nele erlebt hat, was sie umtreibt, was sie ausheckt, welche Rolle Elefanten und welche Wackeldackel spielen, laden wir euch ein, unser 35-minütiges Gespräch zu belauschen.

Stört euch bitte nicht an dem lauten Vogelgezwitscher und den Gesprächen der Mitpatienten. Beides untermalt ganz wunderbar die Gesprächsatmosphäre, in der wir uns unterhielten.

Soviel sei verraten:

Nele kann wieder Schleifen binden.
Nele kann wieder fluchen.
Nele kann wieder vorsichtig ohne Hilfe gehen.
Nele kann wieder selbstständig essen.
Nele kann wieder lachen.
Nele kann wieder Pläne schmieden.
Nele kann von Wackeldackeln und Elefanten erzählen.

      Interview mit Nele Süß

Diese schützenden Elefantinnen hängen auf der Station im Eingangsbereich.

Für alle lieben Menschen, die bei der Wackeldackel-Aktion mitgemacht haben:

Demnächst gehen Bücher an alle Gewinnerinnen raus. Gebt uns bitte noch ein bisschen Zeit, uns zu sortieren.

Co-Trainerin Wilma gibt dem Wackel-Faultier einen liebevollen Nasenstüber.

Hier folgen noch ein paar Schnappschüsse der Begegnungen mit ElefantInnen, die in dem Gespräch geschildert werden.

Hängt in der Praxis bei meiner wunderbaren Hausärztin. Ein schönes Symbolbild, denn dort fühle ich mich gut aufgehoben.

Steht in der BioMed-Klinik am Emfpang.

Entdeckten meine Freundin Michi und ich auf einem „Broccante“ im Elsass. Schenkte sie uns, damit sie immer auf Nele und uns aufpassen.

Entdeckte ich in einem französischen Supermarché in Strassbourg.

Diese Horde Schutzelefanten fand Neles Mama in der Ferienwohnung, als sie Nele besuchte.

Weil ich immer wieder gefragt werde, womit man Nele eine Freunde machen kann, kommen hier meine Tipps:

  • empfehlt gerne Neles Buch weiter
  • schenkt ihr eine Rezension auf Amazon
  • fordert gerne Flyer bei Melanie Asche vom humboldt Verlag an und gebt sie anschließend an schrecklich nette Menschen weiter
  • schickt ihr eine fröhliche Sprachnachricht per WhatsApp (lesen klappt noch nicht so gut, es flimmert noch stark vor ihren Augen)
  • schreibt ihr gerne eine E-Mail, sie lässt sie sich vorlesen
  • besucht und erheitert sie behutsam, damit ihr „Lagerkoller“ vertrieben wird – und auch später, wenn sie wieder zuhause ist
  • wedelt mit euren Ohren, wie die Schutzelefantinnen (ja es sind die weiblichen Elefanten, die das tun)
  • ermutigt sie immer wieder in ihren großartigen Fortschritten, die sie manchmal nicht erkennen kann

Ich schließe diesen Blogartikel mit dem herzerfrischenden Satz von Nele, den sie gestern nach unserem Gespräch in ihrer neletypischen Art rausgehauen hat:

„Ich habe fünfeinhalb Wochen geschlafen und den allergrößten Scheiß zusammengeträumt!“

Was ich fast vergessen hätte, zu erwähnen: Nele ist an ihrem Geburtstag wieder aufgewacht! Wenn schon großes Kino, dann aber auch richtig!

PS.
Eben habe ich Nele diesen Blogartikel vorgelesen. Sie hat ihn tatsächlich so freigegeben. Jetzt ist sie ganz aufgeregt, weil sie weiß, dass ich ihn jetzt freischalte und teile. Wenn ihr ihn lesen könnt, habe ich bereits auf „Veröffentlichen“ gedrückt. Jetzt bin ich auch ganz aufgeregt.

PPS.
#elefantenfürnele ist der neue Hashtag, unter dem wir Nele beglücken können.

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14 Kommentare zu “„5,5 Wochen geschlafen und den allergrößten Scheiß geträumt!“ | Autorin Nele Süß springt dem Tod von der Schippe”

  1. Sarah sagt:

    Du bist einfach die beste Freundin, die man sich vorstellen kann und ich glaube, für Nele gilt dasselbe: zwei tolle Frauen, die sich verdient haben. Danke, Sabine! Danke, Nele!

    1. Danke liebe Sarah für deinen netten Kommentar!

  2. Anja sagt:

    Wow von mir und Wau von Seniore Pio. Quasi wow wau wow
    Wir sind so beeindruckt! Uns fehlen kluge Worte. Ehrlich!
    Ganz wundervoll, wunderbar, wunderschön. Wir freuen uns darüber, dass Nele aufgewacht ist und wünschen ihr und Dir ganz viel #glückspeng und #elefantenfürnele

    1. Wau Wuff und Danke an euch beiden Zuckerschnuten!

  3. Tanja Lehmpfuhl sagt:

    Liebe Sabine, liebe Nele, ich freue mich von Herzen, dass ihr beide wieder zusammen lachen könnt. Vor langer Zeit habe ich meine Liebe für Wackeldackel entdeckt und angefangen, sie zu sammeln. Aber wie das Leben so spielt, landen manche geliebten Dinge irgendwann auf dem Dachboden. Da haben die lustigen Gesellen viele Jahre ausgeharrt und gewartet. Irgendwie wusste ich, das eines Tages der richtige Zeitpunkt kommen würde,um sie wieder von dort herunter zu holen. Und so war es dann auch. Nach genau 20 Jahren kam dein Aufruf, liebe Sabine. Mein Wackeldackel Rudel hat eine neue Aufgabe bekommen. Was für eine Freude. Und wenn man genau hinsieht, dann kann man sie auf den Bildern lächeln sehen. Alles Liebe für Euch. Herzliche Grüße Tanja

    1. Einfach toll, wie sich die Dinge manchmal fügen. Deinem Rudel geht es prächtig, alle nicken fleißig im Takt!

  4. Magret Staben sagt:

    Ich habe etwas Pippi in den Augen , mir fehlen die Worte bei so eine grossartigen Freundschaft . Freu mich wie Bolle das es dir, Nele so gut wieder geht.Du wirst noch viele Grosse Schritte machen . Danke Sabine was du so aus machst, das es Nele gut geht

    1. Nele hat ganz viele tolle Freundinnen, Freunde und natürlich Familie. Es ist ein wunderbares Gemeinschaftswerk, dass es ihr schon wieder so gut geht!

  5. Hier ist ganz viel Liebe spürbar ❤️ Ohne viel Worte. Punkt.
    Von Herzen Alles Liebe für Nele und Dich ❤️

    Liebe Grüße
    Sandra

  6. Alexandra sagt:

    Liebe Sabine,
    danke!! Danke für diesen wunderbaren Artikel! Ich bin schockiert und zutiefst berührt zugleich – ich habe von Neles Situation nichts gewusst… Ich drücke ganz fest alle Daumen und schicke viel viel gute Energie und Kraft zur Heilung! Liebe Grüße

    1. Dankeschön, du tolle und lustige Frau!

  7. Michaela Süß sagt:

    Ich habe eine kleine Anmerkung zum Interview, das mir sehr gefällt wie alles andere auch.
    Und zwar hatten wir von Anfang an, als Nele nach Bad Segeberg kam, immer einen, bzw. zwei Ärzte als Ansprechpartner. Das war und ist sehr gut! Und natürlich ist schon klar, dass das an einer Uniklinik nicht so sein kann. Trotzdem verwirrte es uns, wenn es immer wieder andere Ärzte waren, die Auskunft gaben. Wir sind selbstverständlich allen Ärzten, den Schwestern, Pflegern und Therapeuten sehr, sehr dankbar. Da wurden Wunder vollbracht. Aber wir sind auch Basti dankbar, der uns Eltern Kraft geben konnte, obwohl er so harte Wochen hatte.
    Und der Optimismus vieler lieber Menschen, seien es Neles Bruder, Verwandte, Freunde, war so wichtig. Ich bin überzeugt, dass die guten Gedanken etwas bewirkt haben und noch bewirken. Ganz gleich in welcher Form. Jeden Tag sagen wir „Danke“. Und vertrauen weiterhin auf Neles „Kampfgeist“, auch wenn sie noch viel verarbeiten muss.

    1. Danke liebe Michaela für deine Ergänzung. Du findest sehr nette Worte und ich bin mir sicher, dass alle ihr Bestes gegeben haben und vor allem die vielen guten Gedanken und ElefantInnen ein wesentliches Puzzlestück für Neles Genesung sind.
      Toll, dass Nele so wunderbare Eltern hat!

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