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Kichernd loslassen – wenn dir beim Ausmisten deine Schrullen begegnen

Was hab ich nicht schon alles zum Thema „Loslassen“ und „Ausmisten“ gelesen!?! Zumindest in der Theorie bin ich bestens aufgestellt.

Das ist nur ein kleiner Auszug aus meinem Loslasslektüre-Fundus.

Aber Moment mal …

In der Praxis werde ich doch auch immer besser! Jahrelanges Training macht’s möglich. Dabei hilft mir immer wieder diese Checkliste mit dem „Best off Ausmistfragen“.

Ich trainiere nämlich regelmäßig meine Ausmist-Muckis. Besonders gerne zum Jahresende, denn ich will ohne abgestandenen alten Kram ins frische neue Jahr starten.

Da meine Loslass-Muskeln inzwischen ordentlich gestählt sind, wage ich mich mittlerweile kühn an die mächtig emotionsbehafteten Dinge heran. Dazu zählen bei mir vor allem Briefe und Fotos. Die sind ja erfahrungsgemäß besonders gut dazu geeignet, um Erinnerungen wieder aufpoppen zu lassen.

Und nicht jeder Fund aus meiner Vergangenheit ist so positiv behaftet, wie die Geschichte mit dem ersten und einzigen Leserbrief meines Lebens.

Doch will ich wirklich jede Erinnerung konservieren?

Um Himmelswillen: nein!

Die alten Eintrittskarten finde ich witzig, die hebe ich auf. Ich war mal eine wilde Hummel, die Dirndl und Puffärmel trug (siehe unten links).

Es mag ja im Nachhinein ganz lustig sein, Briefe von einem Ex-Freund zu lesen. Doch will ich wirklich wieder in diese Zeit abtauchen? Wofür ist das gut? Wenn sie sehr schön war, OK. Doch wenn diese einen faden Beigeschmack hat? Bloß weg damit!

Es gibt in meinem Fundus aber auch noch anderes schräges Geschreibsel, das jetzt rausfliegt.

Oh, eine Reklamation. Her damit!

Ich hatte mal eine kampflustige Phase, in der ich alles reklamiert habe, was nicht bei Drei meinen ambitionierten Ansprüchen entsprach. Und das war damals einiges.

Ob es sich um die wackeligen Griffe eines Schmortopfes oder Burlington-Socken handelte, die nach nur zweimal Tragen Löcher hatten – ich habe stets einen empörten Brief geschrieben und meist eine freundliche Antwort erhalten. Und auch Ersatz.

Diese kruden Schriftwechsel habe ich aufgehoben! Warum auch immer. (Vermutlich, um irgendwann mal diesen Blogartikel zu schreiben.)

Beim erneuten Durchlesen meiner Ergüsse rieselt es mir kalt den Rücken runter. Damals fand ich mein Geschriebenes sehr flott. Heute bin ich peinlich berührt, bisweilen aber auch amüsiert, was ich da für Zeug gedrechselt habe.

Kleine Kostproben gefällig?

Welche besonderen Anlässe das waren? Frühstück, Mittagspause, Feierabend – und ab und auch an Geburtstagen.

Die haben bestimmt bedeutungsschwanger mit den Augen gerollt, bevor sie mir ein Döse Ersatz-Erdnüsse zugeschickt haben.

An jene „blasigen“ Kinderriegel erinnere ich mich noch sehr genau. Typisch für ein posttraumatisches Nascherlebnis.

Ich habe mich sogar über fehlende Fruchtgumminasen beschwert – offenbar hatte ich zu der Zeit keine anderen Sorgen. Die Antwort der Firma Katjes fand ich einfach nur großartig!

… besonders den Schluss-Satz.

Was mich beim Durchsehen meiner alten Briefe besonders erschreckt hat, ist ein Dokument, das beweist, dass ich mich anscheinend mal bei Jürgen von der Lippe für „Geld oder Liebe“ beworben hatte. Daran kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern! Keine Ahnung, welcher Teufel mich damals geritten hat.

Da mir das mit der VHS-Kassette viel zu aufwändig war, hab ich die Bewerbung lieber sein lassen.

Dann gab es noch den Brief, den ich mal an den Eichborn-Verlag geschickt habe, um ein paar Werbeposter abzugreifen. Das Buch, um das es hier ging, war „Der Fönig“ von Walter Moers, dessen Humor ich sehr liebe.

Das Fönig-Poster habe ich immer noch … irgendwo. Mal gucken, wann ich es beim weiteren Ausmisten finde.

Eines meiner nächsten Ausmistprojekte:

meine alten Kinderzeichnungen, die ich beim Auflösen meines Elternhauses in einem großen alten Koffer gefunden habe. Ich habe den Verdacht, dass meine Mutter keine einzige Zeichnung wegschmeißen konnte, denn es sind seeeehr viele. Davon landen garantiert auch noch welche in diesem Blog.

Und dann waren da noch diverse selbstgebastelte Kalender (einen für die Eltern, einen für die Oma) mit dicken Katzen. Von der Dicke-Katzen-Phase erzähle ich dann ein anderes Mal.

Erstmal geht es mit den Küchenschränken weiter. Die sind unverfänglich.

PS.
Wer gerne wissen möchte, wie ich beim Ausmisten vorgehe, findet hier meine gesammelten Blog-Artikel zum Thema „Loslassen“.

Gleich weiterstöbern:

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4 Kommentare zu “Kichernd loslassen – wenn dir beim Ausmisten deine Schrullen begegnen”

  1. Brigitte sagt:

    Auf die Erzählungen der „Dicke-Katze-Phase“ freue ich mich schon jetzt. VG Brigitte

    1. hihi, das wiederum freut mich sehr, liebe Brigitte.
      Hab ich doch glatt Lust, die Kalender zu suchen :o)

  2. Ich habe mich weggeschrien über die Briefe, liebe Sabine. Bestimmt hast du sie aufgehoben, damit wir sie lesen können, das hat sich jedenfalls gelohnt. Meinen Nachmittag hast du auf jeden Fall sehr erheitert.

    Vielleicht sollte ich mal an Katjes schreiben, ich mag Tapsies auch besonders gern, die Nase beiße ich immer als erstes ab :-))

    Ich drücke dir die Daumen, dass du in deinen Küchenschränken nichts Unverfängliches findest … auch wenn ich sicher bin, dass in meinen Küchenschränken lauter verfängliches Zeug aus der Vergangenheit lauern, hast du mich wunderbar animiert, meine Loslass-Muckis mal wieder spielen zu lassen …

    Liebe Grüße,
    Monika

    1. hihihi, „weggeschrien“. Das bringt mich jetzt wieder zum Kichern!

      Bin gespannt, wann du über das Ausmisten deiner verfänglichen Küchenschränke bloggst. Ich lese es sofort!

      Liebe Grüße
      Sabine

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