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5 Dinge, die ich in Dänemark gelernt habe

Da mich nach „Der schnelle Frikadellenbrot – kleine Liebeserklärung an die dänische Sprache“ so viele Nachrichten von anderen (kichernden) Dänemark-Liebhaber*Innen erreicht haben, fühlte ich mich darin bestärkt, noch einmal aus dem Urlaub zu schreiben.

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Jeg elsker Danmark (Ich liebe Dänemark)!

So wie in Schweden letztes Jahr; da bekam ich auch so schöne Rückmeldungen von anderen Schweden-Liebhaber*Innen, die totales Fernweh hatten. Ich hänge die Links für die Schweden-Fans einfach unten an.

Nun aber zurück zu Dänemark.

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Der Charme Dänemarks greift mich. Immer wieder.

Dänemark duftet

Sobald ich einen der kleineren dänischen Supermärkte betrete, empfängt mich dieser Geruch aus Lollis, Bonbons und Kerzen, gemischt mit einer Prise Bäckerei. Es riecht irgendwie auch nach Eistruhe, nach Holz und süßen Gurken.

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So viele lose Bonbons! Der ganze Supermarkt duftet – und die Zahnfee freut sich :o)

Den typischen Geruch der Ferienhäuser liebe ich ebenso. Sie riechen einfach nach Ferien. Da wir immer nur Häuser mit Kaminofen buchen, riecht es immer ein wenig nach Holz und Feuer. Natürlich auch, weil es ja meistens Holzhäuser sind, die wunderbar nach sich selber duften.

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Ein absolutes Muss: Hot Dogs!

Es duftet noch nach vielem mehr, ich weiß gar nicht, was es genau ist. Sonnencreme? Hot Dogs?

Für mich allesamt ganz wundervolle Düfte! Schon als Kind habe ich sie geliebt.

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Eine ganze Truhe voller Verheißung.

Da wir grundsätzlich nur in der Nebensaison nach Dänemark fahren, – wir mögen es stürmisch und einsam – überwiegt am Strand der Geruch nach Seetang und Algen. Und salzigem Sand.

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Am Strand wird gerannt und gebellt – wie verrückt!

Da sich Wilma und Frieda mit großer Verve in ebendiesem „Schamott“ hin- und her wälzen, bleibt dieser wunderbare, leicht fischige, Geruch sogar noch ein paar Tage länger erhalten – bis wir ihn am letzen Urlaubstag in der Dusche abspülen. Seufz.

Betrete ich eine Bäckerei, ist das ebenso ein richtig wunderbarer Geruch – ganz anders als in Deutschland. Unsere Bäckereien duften auch prima, aber so ganz anders als in Dänemark. Was mich zur nächsten Erkenntnis bringt…

Dänische Bäckereien sind zeitlos retro

Die dänischen Bäckereien (zumindest hier in der Region Thy) sehen noch haargenau so aus wie zu meiner Kindheit.

Sie sind überhaupt nicht herausgeputzt. Die Backwaren liegen zum Teil in diesen hohen Rollwagentürmen, wo sie gleich nach dem Backen zum Abkühlen reingeschoben werden. Und dort bleiben sie meistens auch, bis sie verkauft werden.

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So schlicht wie dieses Logo sind auch die Bäckereien.

Es gibt natürlich auch Bäckereien mit Vitrinen, in denen die duftenden Brote, Brötchen und Kuchen liegen. Aber die sind ganz schlicht. Kein ChiChi, keine Deko, keine besondere Beleuchtung. Man sieht, was man kauft – und umgekehrt.

Ich mag das irgendwie, weil sie 1 : 1 den Bäckereien meiner Jugend entsprechen. Ein Stück bewahrte Kindheit.

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Auch ein Stückchen Kindheit: Barpapapas

Und ich kenne keine wohlschmeckenenderen Brötchen als die in Dänemark. Und auch der „Plunder“ schmeckt tausendmal besser als die „Kopenhagener“ in Deutschland.

Hier ist das Gebäck sehr viel fluffiger. Allerdings auch oft süßer, daher esse ich am liebsten die „Spandauer„, die sind eben nicht so zuckrig. Ihr Geheimnis: hauchfein gehobelte Haselnüsse auf dem Pudding. Hmmmmm…

Im Urlaub lese ich keine Romane mehr, die „zuhause“ spielen

Ich gehöre nach wie vor zu den Papierbuch-Leserinnen. Bei Sach- und Fachbüchern sowieso, weil ich in denen gnadenlos mit einem gelben Marker und einem Bleistift herumfuhrwerke, um mir den Lesestoff anzueignen.

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Sogar die Piepvögel haben’s schön.

Meine Versuche, zumindest Romane elektronisch zu lesen, brachten mir überhaupt kein Plaisier, es schnackelt einfach nicht, ich werde nicht warm mit dieser Art des Lesens. Ich liebe es, in einem Buch herumzublättern. Und ich mag es, wenn es in meiner Hand liegt.

Aber was mir endlich (!) in diesem Urlaub aufgefallen ist:
Im Urlaub lese ich nicht gerne Romane, die in Deutschland spielen. Denn die ziehen mich gedanklich wieder nach Hause. Und da will ich ja gerade im Urlaub nicht sein.

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So soll es aussehen in meinen Romanen.

Diesen Urlaub habe ich (wie konnte ich nur so leichtsinnig sein?) nur zwei Romane eingepackt. Der eine spielt in den USA der 20/30-er Jahre. Das funktionierte hervorragend, obwohl ich ja in Dänemark war.

Der zweite, den ich jetzt am Wickel habe, spielt überwiegend in Berlin. Und ich merke Widerstand, ihn in Dänemark zu lesen – obwohl mir der Roman ziemlich gut gefällt. In Ermangelung eines Ersatzbuches lese ich ihn jetzt weiter – aber ich bin dadurch beim Lesen schon wieder zuhause in „Tyskland“. Grmpf.

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So auch.

Daher nehme ich für mich mit: Im Urlaub lese ich idealerweise Romane, die in dem Land spielen, in dem ich gerade urlaube.

Da ich ohnehin am liebsten nach Dänemark, Schweden oder Frankreich reise, werde ich damit eine wunderbare Auswahl treffen können. Wenn mir das dennoch nicht gelingen sollte, dann lese ich wenigstens solche, die nicht in Deutschland spielen.

Allein schon aufgrund dieser Erkenntnis freue ich mich auf den nächsten Urlaub, wo auch immer er sein wird!

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Berge find ich schön – Meer mag ich noch lieber.

Nicht nur „Loppe“ sondern „Genbrug“ ist das Zauberwort

Ich war schon immer Flohmarkt-Fan. Mein Mann auch. Schließlich haben wir uns auch auf einem solchen kennengelernt. Daher besuchen wir im Urlaub auch gerne Trödelmärkte oder Antik-Lädchen.

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Dies ist der erste DK-Urlaub, wo mir diese Läden ins Auge springen.

Bisher haben wir immer nach Flohmärkten (Loppemarket oder Loppe) Ausschau gehalten. Aber hier oben in Nord-Jütland scheint „Genbrug“ allerorten auf uns gewartet zu haben. Das sind Gebrauchtwarenläden, die ehrenamtlich von gemeinnützigen Trägern geführt werden. Es gibt sie (gefühlt) in nahezu jedem Örtchen.

Das Schöne: Diese Läden wirken überhaupt nicht so wurschtelig oder lieblos wie so oft bei uns.

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Dieses hübsche Ölgemälde konnte man für DKK 75 kaufen (ca. EUR 10,00). Mir reicht ein Foto, da ich zuhause gar nicht so recht Platz hätte.

Es wuseln sehr viele ehrenamtliche Fleißbienchen umher, wischen Staub und dekorieren liebevoll die gebrauchten Möbel, Stehrumsel (Deko) und Haushaltswaren. Alles wirkt sauber und ordentlich, es gibt Möbel, Gemälde, Bürobedarf, Kleidung (gebügelt und duftig) und eigentlich auch sonst alles, was man so als Mensch im Haushalt hat.

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Als Kind hätte ich den haben wollen. Auch hier reicht mir heute ein Foto.

Das Tolle: Selbst diese Läden riechen gut – jedenfalls die, die wir besucht haben. Da war kein Muff und kein Schimmelgeruch, es roch nicht abgestanden oder moderig. Total angenehm.

Und mein Mann – bei uns der beherzte Koch – fand, was er schon ewig bei uns zuhause auf dem Flohmarkt suchte: flache Schneebesen.

Ich fand zwei herrliche dünnwandige Trinkgläser, die groß genug sind, um eine Schorle drin zu mixen. Meistens sind mir größere Trinkgläser zu dickwandig. Tassen dagegen dürfen gerne dickwandig sein, so wie Espresso-Tassen.

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Fette Beute mit filigranem Schliff.

Hawaii liegt in Dänemark

Es gibt hier einen totalen Surfer-Hotspot: Das kleine Fischerörtchen „Klitmøller“. Dort waren wir gestern am Strand und sehr entzückt.

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So ein zauberhafter Strand!

Wir haben sehr gestaunt, wie hoch sich die Nordseewellen auftürmen können. Dabei geht es noch höher: drei bis vier Meter hohe Wellen locken Surfer von nah und fern. Profis surfen sogar von Oktober bis Februar, dann sind die Wellen am höchsten.

Übrigens wird hier auch ein World Cup ausgetragen. Hätte ich echt nicht gedacht.

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Bei Sonne knallen die Farben so richtig.

Daher trägt das Fleckchen auch den schönen Namen „Cold Hawaii“. Und cold war es gestern wirklich!

Ich kann es gar nicht fassen, dass sich die Surfer in diese eiskalte Nordsee stürzen. Trotz Neopren muss das doch unfassbar unwirtlich sein, oder? Ich hab so gar keine Ahnung davon und denke nur „wow“!

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Auf 600 Einwohner kommen mehrere Surfläden.

Mich faszinierten außerdem die vielen, vom Meer kreisrund geschubberten, Steine.

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Und die vielen bunten Fischerboote. Da konnte ich gar nicht mehr aufhören, zu fotografieren.

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Danke, liebes Dänemark. Für eine wunderbare Zeit voller „hygge“ und Labsal. Für die Erinnerungen an schöne Kindheitstage und die wunderbaren Erkenntnisse. Du bist mein Vorbild für ein schönes, genussvolles und lustiges Leben!

 So sehe ich aus, wenn ich im November-Sturm am Strand spazieren gehe :o)

Während die Surfer fast nackt in die eiskalten Fluten springen, laufe ich dick eingemummelt am Strand herum und staune.

(Danke, liebe Wibbel und Immo für die wunderbare Empfehlung.)

Ich komme ganz bald wieder!

Zum Weiterlesen für Schweden-Liebhaber*Innen:

Teil 1: Labsal im Elchland
Teil 2: Sind sie zu süß, bist du zu Touri!
Teil 3: Skinksnitzel meets Kogödsel
Teil 4: Sieben Dinge, die ich in Schweden gelernt habe

Gleich weiterstöbern:

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8 Kommentare zu “5 Dinge, die ich in Dänemark gelernt habe”

  1. Elke Müller sagt:

    Danke-Danke-Dankeschön ….
    Mit so viel Freude, mit Lachen und ab und an auch sehr gerührt versinke ich in Deinen Zeilen.
    Liebe Sabine – Danke für das dabei-sein-dürfen ❤️

    Kommt wieder gut an
    Fröhliches „Zurück im Alltag“ wünscht Euch die Elke aus dem Schwabenland

    1. Liebe Elke aus dem Schwabenland,

      ganz herzlichen Dank für deine liebevollen Zeilen. Wir inzwischen (gestern) in Hamburg gelandet – und meine erste gute Tat für heute: ich war beim Zahnarzt! :o)

      Ganz liebe Grüße
      Sabine

  2. Anj sagt:

    Liebe Bine,was für eine hinreißende Homage an unsere nördlichen Nachbarn.
    Ich teile eure Liebe zu den wilden Nordseewellen und dem stürmischen Wind. Auch die klaren Farben, vom Licht im Norden so richtig zum Ausdruck gebracht finde ich ganz toll. Ich wünsche euch noch viele tolle Urlaube im Norden.

    1. Hihihi, freut mich, dass dir das gefällt. Ich habe schon wieder Fernweh.

  3. Claudia sagt:

    Wundervoll geschrieben. Du hast einen neuen Fan gewonnen

    1. OH, wie schön, darüber freue ich mich!

  4. Heike Schmidt sagt:

    Liebe Sabine, ich rieche das Sommerhaus! Ich hab es jedesmal genauso empfunden, Premier Ice, Karieskuchen mit bunten Streuseln, Scholle in der Pfanne, der Geruch von Sonnencreme, Sand und Salzwasser und der Wind der um die Hausecken pfeift! Danke für diese Erinnerung!

    1. Hach, wie schön, liebe Heike, dass du sogar das Sommerhaus riechst! Das freut mich sehr. Ich rieche momentan den Rasenmäher unserer Nachbarn, Dänemark wäre mir lieber. ;o)
      Herzlichst
      Sabine

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